23.
Juni 2000; Von Regen und Herzsturm
Sebastian entführte mich an den
Lieblingsplatz und zwischen den Gräbern saßen
wir, sprachen bis Nachts die Fledermäuse enge
Kreise ziehen.
Weitaus schlüssiger scheint mir
seitdem der Begriff des Studieren, daß es sich
nicht gezwungenermaßen um angeleitete
(akademische) Vertiefung einzelner
Privatinteressen dreht.
Gegen Ende hallte es
verheißungsvoll Assessor in meiner Brust.
Anderswo am Rande: die Wirren und
Sehnsüchte, die jungen Jahre, die Rauschgifte
Stück für Stück entfalte ich ein
Bewußtsein für freundschaftliches
Nebeneinander. Alternativ: ein Gespür für
Untrennbares, eine Akzeptanz der Umstände. Das
Herz öffnet weit (in diesem Zusammenhang fällt
mir alsbald Gerhard Schöne ein.. den ich sehr
verehre..) und das alles Liebe ist, ..
schenk mir noch ein kleines bißchen..
. Er senkte gewiss den Kopf, traurig; ..
angesichts des ganzen Geschenkes, das
ich persönlich für Höhere Gewalt
halte.
(ich erinnere mich übrigens sehr
gern an ein Konzert in Zwickaus Lutherkirche,
Ende des letzten Jahres. Die kleine gelbe
Eintrittskarte, Bleistiftvogel- bemalt verdeckt
seither meinen Personalausweis. Herr Schöne ist
der ehrliche Mensch. Er sieht und weiß Bescheid.
Ich konnte ihm nur groß den Blick
erwidern längst setzte Starre ein. Er
fragte mich nach dem Konzert, ob wir uns
eventuell unterhalten wollen, ich schluchzte
unbeabsichtigt Später.. durch die
leere Reihe, da er nickte und unendlich langsam
den Weg nach draußen suchte.)
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